Was tut sich in unserem Garten? Als unvergiftete Insel mitten im Bauernland zieht unser Grundstück eine Menge wildlebender Tiere an. Abgesehen von den vielen Vogelarten (auch der Zaunkönig wohnt bei uns im Buschwerk und läßt sich gelegentlich blicken) tummeln sich bei uns auch etliche Waldtiere.

Wenn draußen die Jäger toben mit ihrer widerlichen Treibjagd versuche ich unser Wild davon zu überzeugen, schön brav und sicher auf unserem Grundstück zu bleiben, denn das darf weder ein Jäger noch ein Hund betreten. Und es sind einige Wildtiere, die bei uns Unterstand gefunden haben.

Rehe sowieso - ein Bock mit mindestens einer Geiß steht bei uns ein und trabt sein Revier lautstark ab. Heuer sind es zwei Rehkitze, die bei uns aufwachsen und sogar mit uns schon vertraut sind, jedenfalls rennen sie nicht mehr in Panik davon, wenn sie uns wahrnehmen.

Auch zwei Hasenkinder wachsen bei uns auf und futtern ihre Stengel und Blüten ganz unbekümmert vor unserer Nase.

Füchslein hinterläßt seine Markierungen und man kann es, wenn man Glück hat, sogar am hellichten Tag durch unser Grundstück schnüren sehen.  Das verblüffte Arbeiter, die unsere Möbel umräumten und altes Zeug ausmisteten.

Unsere deutschen Freunde waren begeistert, als Mutter Fasan ihre Jungen im Gänsemarsch durch unseren Garten führte.

Abends kann man auf der Terrasse sitzen und die Siebenschläfer tummeln sich in der Pergola und gucken neugierig auf uns herab.

Um den Minigartenteich gehen Libellen auf die Jagd und den Sommerflieder umgaukeln viele Arten von Schmetterlingen. Wenn die Trauben der Weinstöcke, die unsere Terrasse beschatten, reif werden, summt es üblicherweise von Wespen und Frau Goldibrumm, die Hornisse, geht auf die Jagd. Heuer sehen wir leider keine Wespen und Hornissen, offenbar hat der späte lange Winter ihnen zu sehr zugesetzt und das stimmt uns traurig. Lange harte Kälte und die ganze Giftspritzerei wirken sich offenbar aus. 

Der Baummarder hinterläßt ebenfalls seine Spuren: er klaut beim Nachbarn die Hühnereier, verzehrt sie bei uns und läßt die Schalen liegen.

Das Mauswiesel steckt den Kopf aus dem Bau, dreht ihn nach allen Seiten wie ein Periskop, fährt heraus wieder Blitz und verschwindet ebenso im nächsten Eingang.

Igel wandern im Dunkel der Nacht und wenn man ihnen zu nahe kommt, fauchen sie. Ganz anderes ein junger Igel, der in unserem Nordbeet unterwegs war, irgendwann im Oktober. Mein Mann rief mich hinaus und da hockte der Kleine und guckte in die Gegend. Als ich ihm sagt: "Iß nur fleißig, Kleines, damit du den Winter gut überstehst!" schaute er auf zu mir und - quatschte zurück! Solche Erlebnisse wärmen das Herz.

Unsere Wildcam zeigt uns sogar unseren Dachs, der irgendwo im schmalen Waldstück in Bachnähe seinen Bau hat. Das hat uns überrascht - und natürlich gefreut. Und so genießen wir unser "Wildlife", wann immer wir auf unserem Grundstück sind, sitzen auf der Terrasse und schauen dem Nachwuchs und den Vögeln bei ihrem Treiben zu.

Es lohnt sich, jegliches Gift zu verbannen und Büsche und Bäume zu pflanzen, in denen Vögel nisten können!